Von Muskeln und Selbstzweifeln

Nervt es dich, dass Frauen – die eh schon einen tollen Körper haben – jetzt auch noch über Selbstliebe philosophieren und zu „Love your Body“ aufrufen?

Dann erzähl ich dir jetzt mal etwas über mich. Ich bin 30, habe eine kleine Tochter und ein Sixpack. Meistens halt, kommt auch darauf an was ich esse und wie viel Wasser mein Körper mal wieder ansammelt. Aber im Großen und Ganzen könnte ich doch ganz zufrieden sein mit meinem Aussehen. Könnte! Bin ich aber nicht! Und dann fragt man sich, warum?

 

Und ich frage mich dann:

Warum geht man immer davon aus, wenn jemand Kleidergröße 36 hat, dass derjenige sich automatisch selbst liebt?

Wenn jemand einen trainierten Körper hat, dass der sich selbst unwiderstehlich finden muss? Warum sollen sich denn nur Frauen ab Kleidergröße 42 mit dem Thema Selbstliebe beschäftigen dürfen? Ist das nur denjenigen vorbehalten, die auch ganz viele Narben haben oder markante Makel? Die anderen ‚normalen‘ Frauen wissen ja nicht, wovon sie eigentlich reden – die tun sich ja leicht sich selbst so zu akzeptieren wie sie sind. Oder kann es sein, dass es einfach uns alle betrifft und im Besonderen diejenigen, die sich viel (oder auch zu viel) mit ihrem Körper und Aussehen beschäftigen – oder beschäftigen müssen?

 

Ich selbst beschäftige mich mit dem Thema Selbstliebe erst so richtig seit meiner ersten (und eindeutig letzten) Shooting Diät vor einem Jahr. Davor habe ich darüber nie genau nachgedacht, es war halt eben so dass ich mich selbst nicht so toll fand und immer was auszusetzen hatte. Aber ich habe nie erkannt, dass man daran auch was ändern kann. Dass man sich selbst zu mögen lernen kann. Und dann kam eben diese Diät. Es waren eh nur 2 Wochen, eine Entwässerung für ein Shooting. Nichts Besonderes. Ich hatte die Form meines Lebens! Es war der Wahnsinn. Die Fotos sind super und darauf bin ich auch sehr stolz. Aber was sich in der Zeit und vor allem danach in meinem Kopf abspielte war nicht so super. Denn während mein Körper immer schmäler wurde und immer mehr Fett und Wasser verlor, bekam ich immer mehr Selbstzweifel und wurde immer kritischer mit meinem Körper. Fettpolster da, Fettpolster hier. Wobei da nicht wirklich viel Fett übrig war. Anstatt dass ich zufriedener werde mit mir hat es mich noch unzufriedener gemacht. Und das änderte sich nach dem Shooting natürlich auch nicht, denn da nahm ich dann schnell alles wieder zu und mein Körper sammelte brav wieder das Wasser, das ich vorher verloren hatte. Es war halb so wild, denn das Sixpack hatte ich ja immer noch. Aber für mich selbst – die ich mich kritisch im Spiegel ansah – war es nervig!

Da war ich nun, hatte ein Sixpack und war trotzdem vollkommen unzufrieden!

Und das wollte ich nicht! Ich wollte mich selbst gut finden, egal wie ich aussah! Und dann kam ich auf eine Seite, die stellte ein Bild online von vielen verschiedenen Frauen mit verschiedenen Körperformen. Und die lachten auf diesen Bildern so selbstbewusst und so glücklich. Und ich wurde kurz neidisch! Denn die hatten alle kein Sixpack, keine von denen! Die hatten ein paar Kilo zu viel. Die hatten Orangenhaut und Dellen und Narben. Und die fühlen sich wohl, das merkte man. Und  ich wollte auch so glücklich sein. Ich wollte mich selbst auch toll finden und das ausstrahlen! Mir ist klar, dass das nicht viele verstehen können, wenn dann dünne Frauen beginnen laut „liebe dich selbst“ zu rufen! Als würden die sich nicht leicht tun mit der Selbstliebe. Als würden die ein Problem haben mit ihrem Körper. Lächerlich, oder? Aber es sind eben oft die Frauen, denen man es nicht ansieht. Die Frauen, die nach außen hin super aussehen und keine erkennbaren Makel haben. Denen man nicht ansieht, was sich in ihrem Kopf abspielt. Da wo jeder Außenstehende sofort unterschreiben würde, dass sie sich selbst über alles toll finden – genau die Frauen haben meist die größten Zweifel und führen täglich einen Kampf mit ihrem Spiegelbild!

 

Ich finde es so verdammt schwierig mich selbst zu lieben.

 

Und dann frage ich mich immer, wie schwierig muss es dann für Frauen sein, die wirklich richtige Narben und Makel haben? Wie schwierig fällt es denn ihnen dann erst? Und dann bewundere ich jede Frau, die es trotzdem schafft sich selbst toll zu finden. Trotz oder eben genau wegen der ganzen Eigenheiten die sie haben. Und ich finde das Thema so wichtig, gerade in einer Welt voller perfekter Bilder und gephotoshoppter Körper. Dass wir darüber sprechen, und zwar wir alle. Und da gibt es kein „du darfst“ und „du darfst nicht“. Das Thema geht uns alle etwas an und deshalb dürfen wir alle unseren Senf dazu geben! Oder was meinst du?

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Verfasst von

Hi, ich freue mich, dass du auf meiner Seite gelandet bist. Mein Name ist Doreen, ich bin 29 Jahre alt und Mama einer kleinen Tochter. Und ich bin alleinerziehend. Meine Tochter ist meine größte Motivation, mein Antrieb. Und ich will ihr größtes Vorbild sein, auch in Sachen Fitness. Aber vor allem will ich ihr zeigen, dass es wichtig ist sich selbst zu lieben! Wünsche euch viel Spaß auf meiner Seite! Liebe Grüße Doreen & Bella